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Aktuelle Beiträge der Insel-Kirchengemeinden in Corona-Zeiten:

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30. März 2020

Der Aufruf zur Regenbogen-Bastelaktion hat einige Kinder inspiriert, mitzumachen. Hier sind die ersten Bilder:

Regenbogen Kinder 1

 

29. März 2020

Pfarrbrief zum Sonntag Judika vom Ev. Pfarramt Ahlbeck-Zirchow

Pfarrbrief zum Sonntag Judika vom Ev. Pfarramt Ahlbeck-Zirchow

 

 

28. März 2020

Regenbogen

Bastelaktion für Kinder

5 Geisterstadt Miniatur

Predigtminiatur Nr. 5

 

27. März 2020

Das Wort zum Sonntag Judika (29. März 2020) – von
Pastorin Annegret Möller-Titel, Ev. Pfarramt Benz-Morgenitz

Gottesdienst zuhause?

Kennen Sie die Betenden Hände von Albrecht Dürer? Zwei schmale Hände, locker aneinander gelegt, die bisherige schwere Arbeit sieht man ihnen an. Millionenfach wurde die Zeichnung nachgedruckt und als Messingrelief gegossen. Millionenfach hängt sie (hing sie früher?) in den Zimmern der Wohnungen.

Beten zuhause statt in der Kirche? Womöglich Gottesdienst zuhause statt in der Kirche? Unsere Tradition sagt uns: Gottesdienst ist mit Aufwand verbunden. Sonntags beizeiten aufstehen, um mit allem fertig zu sein, aufbrechen, manchmal frieren, mitsingen, mitdenken, mitbeten. Gott „wohnt“ ja in der Kirche, der hat‘s also leicht?! Aber trotz allem Aufwand: ich merke jetzt schon, wie ich diesen Termin der Woche vermisse.

Mich beschäftigt die Frage: Wartet Gott wirklich, ob wir kommen? Und hätte (ein bisschen überspitzt gesagt) jetzt frei, weil wir uns zu unserem eigenen Schutz nicht in den Kirchen versammeln sollen? Gottes-Dienst; wer dient eigentlich wem? Gottesdienst kann auch bedeuten: Gott dient uns, seinen Menschen indem er uns nahe sein will. Und zwar an jedem Ort, an dem wir ihn einlassen. Zuhause in den verschiedenen Räumen unseres Lebens und Alltags. Bei der Arbeit, selbst bei Hektik und Stress. Und zwar zu jeder Zeit, die wir ihm frei lassen.

Und noch eine Frage: Erwartet Gott nicht etwas von uns, eine Predigt, schöne Gesänge, wohl formulierte Gebete?

Nein, er braucht nur die innere Haltung, die z.B. in den Betenden Händen zum Ausdruck kommt: einen Moment inne halten, einen Augenblick nichts tun, auch keine Gedanken-Arbeit und Sorgen, eine kleine Weile lauschen ins Herz und nach draußen.

Und dann wird er zu uns sprechen von Frieden, von Hoffnung und von Zuversicht. Vielleicht benutzt er auch manchmal die Stimmen seiner wunderbaren Natur und Schöpfung: die Vögel, die von ihrer Lust auf Leben singen, die Blumen, die blühen um Zukunft zu schaffen, die Insekten, die aufbrechen um die kommende Zeit zu gestalten. Vielleicht steckt er auch im Lachen und den Wortfetzen, die durch die Stille zurzeit viel weiter zu uns klingen.

Die „Betenden Hände“ sind wohl am meisten im deutschsprachigen Raum verbreitet. Andere Länder kennen andere Traditionen, um sich daran zu erinnern, dass Gott ihnen immer und überall nahe sein möchte. Im Süddeutschen gibt es die Wegekreuze. Woanders werden in Zimmerecken kleine Altäre eingerichtet mit Ikonen, den wunderbaren, goldglänzenden Bildern aus der orthodoxen Kirche, mit schönen Sprüchen, Kerzen, Blumenschmuck. Dingen, die der Seele gut tun. Also wenn Sie die „Betenden Hände“ nicht haben und sie nicht (aus legalen Quellen!) im Internet herunterladen wollen, nutzen Sie andere schöne Dinge, die Sie haben, und stellen Sie sie in diesen Tagen bewusst auf.

Ich bin überzeugt, Gott wird Ihnen bei der Betrachtung dienen und nahe sein. Und ich freue mich drauf, wenn wir nach dieser Zeit uns wieder in unseren Kirchen versammeln können und vielleicht sogar die Kunst des Innehaltens „rüberretten“.

Annegret Möller-Titel, Benz

 

k

25. März 2020

Lichter – Glocken – Lieder

Gemeinsame Initiative der Kirchengemeinden und der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf

Heringsdorf/Zirchow (HK). Die evangelischen und katholischen Pfarrämter in den Kaiserbädern und Zirchow beteiligen sich gemeinsam mit der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf an der bundesweiten Initiative „Balkonsingen“. Ab 19.00 Uhr sollen in den Fenstern der Wohnungen und Häuser Kerzen entzündet oder Lichter aufgestellt werden. Die Kirchenglocken in Heringsdorf läuten ab 25. März bis zunächst 19. April täglich um 19.00 Uhr. Die Kirchenglocken rufen zum Innehalten und zum Gebet.  Es handle sich um eine übergreifende Initiative und stehe für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Die Bürgermeisterin bittet alle Bürgerinnen und Bürger Lichter in die Fenster zu stellen. Es seien gegenwärtig viele Zeichen nötig. Die Nachbarschaft solle sehen, so die Pfarrer und die Bürgermeisterin: „Ich bin da und den anderen auch über Abstand nah“. Die Kirchengemeinden bitten ihre Gemeinden darum, das Glockengeläut auch zum Anlass zu nehmen, das Lied: „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen und in den Wohnungen und Häusern das Vaterunser zu beten. In Zirchow ruft das traditionelle Abendgeläut schon um 18.00 Uhr zum Innehalten.

Zur Aktion #balkonsingen (Start war am 18.03.2020):

https://www.ekd.de/mitmachaktion-balkonsingen-geht-weiter-54168.htm mit Margot Käßmann

Zur Aktion „Licht der Hoffnung“ – Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern (Start war am 18.03.2020):

http://www.kirche-mv.de/Licht-der-Hoffnung.11582.0.html

 

25. März 2020

NDR Kultur / NDR Info Freitag, 20. März 2020
Henning Kiene, Pastor in Ahlbeck und Zirchow auf Usedom

#stayathome

Gestern abend um 19 Uhr leuchteten Kerzen in den Fenstern unserer Pfarrwohnung. Und wir haben gesungen: „Der Mond ist aufgegangen. Die goldenen Sternlein prangen“. In unserer Kirche hatte jemand die Idee: #balkonsingen. Motto: „Wir halten uns fern und sind füreinander da – Licht der Hoffnung!“ Die Straßen waren leer und wir in der Wohnung seit Tagen nur zu zweit. Aber die Kerzen taten uns gut, auch das Singen und wir wussten, andere machen zu selben Zeit mit. Das verspricht Verlässlichkeit: Die schlichte Geste, die einfache Melodie, die vertrauten Texte.

Unsere Freundin Sylvia unterstützt Kinder mit hohem Förderbedarf. Sylvia nimmt mehrmals täglich mit dem Handy kleine Filme auf. Sie sitzt zuhause am Tisch. Sie zeigt mit ihren Fingern Zählverse und singt dazu. Und ich stelle mir vor, wie die Kinder bei sich zu Hause ebenfalls am Tisch sitzen und mit ihren Fingern den Film nachspielen und singen das Lied. Sie können sich auf Sylvia verlassen.

Zwei Jugendliche aus der Jungen Gemeinde stecken Zettel in Briefkästen. Sie bieten älteren Menschen Gespräche am Telefon an. Sie würden deren Einkäufe erledigen und vor der Tür ablegen. Motto: „Wir halten Abstand und sind füreinander da“. Die Alten können sich auf die Jungen verlassen.

Ein Koch aus einem Hotel muss in die Kurzarbeit wechseln. Er und seine Frau haben sich gerade eine größere Wohnung geleistet. „Das ist hart, es tut mir aufrichtig leid“, sagt der neue Nachbar über den Gartenzaun. Das Mitleid klingt echt und es tut jetzt einfach gut.

In dieser Krise stehen die kleinen Gesten für Verlässlichkeit. „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“, schreibt der Apostel Paulus an seine Gemeinde. Diese oft bedrückende Stimmung wird nicht Oberhand gewinnen. Es wirken viele Kräfte dagegen. Dieser äußere Abstand, den wir alle wahren müssen, macht das Leben der Jungen und der Alten sicherer.

Sylvias Handy-Filme, die Telefonate der Jugendlichen, das Einkaufen, die vielen Gespräche über den Gartenzaun auch die echte, menschliche Anteilnahme sorgen für Verlässlichkeit. Ich bin mir sicher, es gibt auch auf Distanz viel Nähe.

Auch Heute Abend: Wir zünden die Kerzen wieder an, Singen „Der Mond ist aufgegangen“. Gerade auf Abstand sind wir in diesen Tagen wirklich füreinander da.

k

 

Sonntag Lätare – freuet Euch! 22. März 2020 – Lesepredigt von Pastor Henning Kiene (Pfarramt Ahlbeck-Zirchow)

Predigttext: Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden. Jesaja 66,10-14

Liebe Gemeinde,

nun sitzen wir in unseren Wohnungen und Häusern. Mir fehlen die vielen Begegnungen mit Ihnen in Ahlbeck und Zirchow sehr. Persönlich, wenigstens mit einem Blick in die Augen, das ist doch echtes Leben. Das Telefon bietet jetzt für die Zwischenzeit einen guten Ersatz.

Manchmal spüre ich auch eigene und fremde Angst. Sie will aufsteigen und lässt sich gelegentlich schwer besiegen. In der Nachbarschaft gehen die jungen Frauen und Männer in die „Kurzzeit“. Existenzen geraten in Gefahr. Familien sind verteilt. Ein Patenkind war noch in Mexico, ein Freund arbeitet in Afrika. Jetzt sind sie wieder zuhause und mindestens zwei Wochen isoliert. Und unsere Kinder leben auf dem Festland: München, Leipzig, Hannover, mitten in der wuseligen Innenstadt. Sie wären vorletzte Woche gerne „noch schnell“ nach Hause gekommen. Sie haben aber verzichtet, wollten mögliche Infektionen nicht weitertragen. Sie sind zum Glück gesund.

Unsere Sorgen verwandeln sich immer wieder zu Gebeten. Im Sinn habe ich wieder ein altes Nachtgebet: Müde bin ich, geh zur Ruh – (Evangelisches Gesangbuch Nummer 484).

„Alle, die mir sind verwandt,
Gott, lass ruhn in deiner Hand;
alle Menschen, groß und klein,
sollen dir befohlen sein.“

„Lätare“ – „freuet Euch“

Der Predigttext heute wechselt den Ton, der uns durch die zurückliegende Woche begleitet hat. Er findet Worte, die die Angst niemals wählen würde. „Lätare“, „freuet Euch“ heißt dieser Sonntag. Freuet Euch. Dem Volk Israel war ein Land versprochen, in dem würden Milch und Honig fließen. Und: Dieses Versprechen hat Freude ausgelöst, schon bevor es eingelöst werden konnte. „Vorfreude ist die schönste Freude“, sagte meine Mutter gerne. In den Fastenzeiten liegt immer eine Verheißung, die auf ein Ziel hinweist.

Ein einziges Versprechen hat die Kraft, der Gegenwart Glanz zu geben. Das Versprechen Gottes entfaltete die Kraft, die ein ganzes Volk benötigte. Und sie kamen durch die Wüste. So wie wir es jetzt auch erwarten.

Der Zukunftsforscher Mattias Horx stellt sich vor, wie er im September 2020 in einem Straßencafé sitzt, vor ihm eine Tasse Kaffee. Er stellt seinen Leserinnen und Lesern einen neuen Alltag vor, der von den jetzigen Erlebnissen profitiert: „Die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, erzeugte gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde, sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst“ (aus: www.horx.com und www.zukunftsinstitut.de). Die Vorstellung, dass wir unsere Haustüren wieder öffnen werden und wieder zur Kirche gehen und Menschen richtig begegnen können, sorgt für etwas hellere Gedanken.

Von der Verheißung des Gelobten Landes zehrte eine ganze Generation. Von der Verheißung Gottes zehren wir beständig. Da geht es elementar zu: „Nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes“. Der Gott der Bibel rechnet auch bei uns Erwachsenen mit kindlichen Bedürfnissen. Die spricht er an, er erkennt unsere Trostlosigkeit und unsere Trostbedürftigkeit. Und er spart nicht mit Trost: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Es geht um Gott, der bleibt Hinwendung zu uns. Und wir lernen im Moment neu Gemeinde zu sein, Zusammenhalt zu wahren ohne direkten Kontakt halten zu können. Wir teilen viele Ängste und wir teilen die Verheißung Gottes. Der Verheißung aber gehört dieser Sonntag.

Mitten in der Fastenzeit – es sind nur noch wenige Wochen bis Ostern – tritt die Auferstehung Jesu in unser Blickfeld. Da kommt Vorfreude auf. Auferstehung ist für uns zunächst Verheißung. Wir nehmen schon jetzt an der Auferstehung teil. Das neue Leben ist aus der alten Welt nicht weg zu denken. Der Karfreitag, das Kreuz, der Tod Jesu, diese dunkle Stunde der Menschheit und Gottes, wird einmal kurz übersprungen. Das sorgt heute für Trost, denn die Osterbotschaft reduziert die Angst, im besten Fall befreit sie uns von der Angst. Das erleben viele von uns.

Ich denke an unsere Ahlbecker Kirche: Mit Bedacht haben die Erbauer das Christusfenster in die Mitte gestellt. Es ist Verheißung, was wir hier sehen. Das schwere Kreuz als steinerne Silhuette immer im Blick, schmälert die Verheißung nicht. Denn es war der Tod Jesu, der Tod durch Menschenhand, der uns zu dieser Quelle des Lebens bringt.

#balkonsingen

Die stärkste Kraftquelle liegt im Moment bei den vertrauten Worten, die einen ganz elementar ansprechen. Sie geben der Verheißung eine Sprache für unsere Zeit. Viele, die in der Not die Sprache für den Glauben verlieren könnten, entdecken das neu. Wir sind alle dabei, die alten Kraftquellen, die uns von Kindertagen an vertraut sind, neu zu entdecken. Sie sind die Muttermilch, die den Glauben, der in uns gewachsen ist, angefüttert haben.

Im Pfarrhaus in Ahlbeck und gelegentlich auch in Zirchow leuchten abends ab 19:00 Uhr Kerzen aus den Fenstern. – Das machen seit Donnerstag viele Menschen in ganz Deutschland. – Zu zweit singen wir: „Der Mond ist aufgegangen“. Es ist für uns ungewohnt. Selten haben wir nur zu zweit gesungen. Es waren doch immer die Kinder oder Gemeinde dabei oder einer unserer Kirchenchöre. Aber wir entdecken gerade, wie die unterschiedlichen Strophen dieses Liedes, neue Kräfte entfalten und dann schließen wir mit:

„So legt euch Schwestern, Brüder
in Gottes Namen nieder.
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen
und unsern kranken Nachbarn auch.“ (Evangelisches Gesangbuch 482,7)

In Gedanken treten beim Singen viele Menschen vor das innere Auge. Ich habe auch den Blick von den Altären über die Kirchen, viele Ihrer Gesichter vor Augen. Der fehlt am Sonntag. In diesen Liedern liegt eine Kraft, die die Sorgen einmal überspringt. Und das Wissen, dass andere an anderen Orten auch singen, tröstet heute. Am Sonntag werde ich abends eine Leuchte vor das Christusfenster stellen. Dann ist der Christus auch von draußen zu sehen. Er zeigt uns: Wir leben von dieser Verheißung.

 

Das Wort zum Sonntag Lätare (22. März 2020) – von der
Ev. Kirchengemeinde Karlshagen-Krummin Zinnowitz

Am Sonntag läuten die Glocken in jeder Gemeinde zu einer anderen Zeit. Sie rufen zum Gottesdienst, aber es werden keine Gottesdienste gefeiert. Die Kirchen sind leer, manche sind vielleicht zum Gebet geöffnet. Aber wir sollen zu Hause bleiben und das ist im Moment auch gut so. Aber die Glocken läuten trotzdem. Das Geläut will uns daran erinnern, jetzt wäre Gottesdienst: Die Zeit, Gott zu loben und zu danken; gemeinsam zu singen und zu beten; auf Gottes Wort hören. Mit diesem Bedürfnis, das zu tun, möchten wir sie nicht allein lassen. Wir als Kirchengemeinden möchten für Sie da sein.

Am Sonntag ist der Sonntag Lätare – “Freuet Euch!”. Dieser Sonntag ist genau in der Mitte der Passionszeit, der Fastenzeit vor Ostern. Die Tage seit Aschermittwoch sollen uns einladen, uns an das Leiden und Sterben Jesu Christi zu erinnern. Und dann gibt es in der Mitte die Botschaft: “Freuet Euch!” Man spricht an diesem Sonntag von einem “kleinen” Osterfest in der Leidenszeit. Wir wagen so zu sagen schon einen Blick auf Ostern. Dieses wird auch an der liturgischen Farbe für den Sonntag Lätare sichtbar: Es ist Rosa. So kommt etwas Helligkeit in das dunkle Violett der Fastenzeit. Das Weiß von Ostern schimmert schon etwas hindurch.

Auch die Texte und Lieder für diesen Tag unterstützen diesen Gedanken. So auch der Wochenspruch aus dem Johannes-Evangelium. Er fasst ihn sehr schön zusammen: “Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht!” (Johannes 12,12). Dieser eine Vers aus der Evangeliumslesung fasst den Heilsweg Jesu von Palmsonntag bis Ostern in einem Satz zusammen.

“Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein.” Jesus Christus geht den Weg des Leidens mit Verurteilung, Folterung, Schmähungen bis zum Berg Golgatha ans Kreuz und stirbt. Er ist tot. Er ist in das Dunkel in die Einsamkeit gegangen, er fühlt sich verlassen; so zeigen es seine Worte am Kreuz: “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” Er wird in das Grab gelegt. Es wird mit einem Felsen verschlossen.

Aber dann wird es Ostern: “Wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht”. Jesus Christus ist auferstanden. Der Felsen ist weggerückt. Das Grab ist leer. Es beginnt etwas NEUES. Es bringt viel Frucht. Die Gemeinschaft der Christinnen und Christen ist seit der Auferstehung Jesu gewachsen. Heute sind die Christen eine weltweit verbundene Gemeinschaft. Tod und  Auferstehung Jesu Christi haben die Welt verändert. Christus ist für uns gestorben, damit etwas NEUES entstehen kann. An den vielen Früchten kann man das NEUE immer wieder erkennen.

Daran will uns der Sonntag Lätare erinnern. Er ruft uns auf zur Freude. Freude, die wir in diesen Tagen vielleicht mühsam suchen müssen. Vielleicht können wir aber, wenn wir genau hinschauen, auch Grund zur Freude entdecken selbst in diesen Tagen, die für viele von Dunkelheit und Sorge bestimment sind: nämlich Menschen, die andere anrufen, einkaufen gehen, einen Brief schreiben, über die sozialen Medien in Kontakt bleiben. Oder die eine Kerze anzünden und in Verbundenheit mit anderen beten oder singen. Manchmal muss es vermutlich erst dunkel werden, damit wir das Licht wieder erkennen können. Aber ich bin gewiss: Auf Karfreitag folgt Ostern.

Es grüßt Sie herzlich Cord Bollenbach (Gemeindepädagoge in der
Ev. Kirchengemeinde Krummin-Karlshagen-Zinnowitz)

 

 

k

 

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